Auf Polynesien existieren nach wie vor Cargo Kulte, bei denen ansässige Stämme riesige Flugzeuggerippe aus Ästen bauen, Funkgeräte aus Holz schnitzen und auf die Ankunft des heilsbringenden Serviceman John Frum warten. Die Ethnologie nennt so etwas schnell sympathetische Magie. Oder auch: Übernahme von äußerlichen Codes, auf dass ein Ergebnis komme. Einst hatten US-Soldaten dort ihre Stützpunkte und erhielten Hilfspakete von oben, besaßen Technologien die sie selbst nie rekonstruieren würden. Das Cargo soll nun abermals von oben kommen. Wir können schnell darüber schmunzeln, und bald stellen sich die Cargo Kulte als ein Trojanisches Pferd unserer Kultur selbst heraus. Nicht wegen der Reisegruppen, die tatsächlich auf Vanuatu angeflogen kommen, um die Einheimischen für ihre exotischen Spektakel womöglich mit iPhones zu entlohnen. Sie indizieren eigene Werte in Kunst und Technologie als rituelle Vektorgitter. Nur dass sie im Fall der John Frumers anständiger funktionieren als so manches Interface, das uns unendliche Komplexität beruhigend nachvollziehbar erscheinen lässt.

building a quantum computer, video still
performance at “kartofel und schlafROCK” event in Łódź (June 2008)
filmed by karin hammer
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