deer-italy-460_779784c-1-737942.jpgimperativ: das so genannte leben bis zum letzten winkel durchritualisieren. das leben nicht vortäuschen und zu unfreien zeichen des persönlichen ausdrucks machen. auch nicht zu einer nicht mehr haltbaren individualität, um sie dem kapitalismus in den rachen zu werfen. lieber das ding doch immer und immer weiter aushölen. von sinn wie ziel befreien. ein leben ohne heuchlerische bedeutung. alleine die gesten des nach-außen-lebens reichen sich bald schon selbst, desto mehr entzieht sich auch das gewollte “leben”, desto konsequenter es ritualisiert und durch minimalveränderung dynamisch bleibt. zu einer schleife der wiederholten und leeren gesten machen. nackt machen, perfektionieren und nur an sich selbst anpassen. das nicht-existente-selbst im kreis drehen, immer schneller wie ein gyroball, durch die zentrifugalkraft des gleichförmigen schwer werden lassen. massiv in der missbrauchten und versklavten multitude an gemolkenen blattläusen. die minimale entgegensetzung von außen (beim gyroball die hand) lässt den kreisel schneller und stabiler werden. die leeren gesten der wiederholung an subjektivität sind zugleich voll der störung und führen zur notwendigen konsequenz: sie werden mit der künstlerischen praxis (ebenso der kunst selbst) neu aufgefüllt. ein refill in die überkonditionierung. diese bewegt sich wie eine quantenverschränkung in der bahn dieser drehung. partikel um das schwarze loch des nichts, das das leben, das ich und die kunst zugleich sein will. durch die man diese leere (viod) eben erst ausmachen kann, sind sie spontan und vergänglich. diese praxis ist widerstand von aussen durch die hand am gyroball, und verschalung des kreiselkerns zugleich. da man die welt und die welt selbst ist. wie ich zur kunst keinen ungetrübten zugang habe, aber die kunst gleichzeitig auch bin. der weg zur arbeit ist die leere geste. wohin man geht, was man dabei macht und denkt ist das partikelwerk jenes künstlerischen autokanibalismus, der partikulären totalrevolution. funken an einer rein prozessualen drehung, die andere als arbeiten bezeichnen werden. jeden tag, jede einheit von neuem mit einer operativen blödheit, der agnosie, dem missverständnis vor sich selbst, hardcorereflexion, identifikation mit alles und jedem, nicht verstehens und bricht so mit rituellen vektoren der falschen götter, diesem vertikalen hamsterrad an ich, die welt, meine arbeiten, mein leben. alles in den kreisel eingebaut. nur durch diese konstanz in der anomalie sich erheben. der blick in das vakuum des ewig dazwischen seins.

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