jonathan beuys
joseph beuys und andy warhol waren doch von unterschiedlichem holz. ausser dass der eine in den usa friends geadded hat wie ein pronostar auf myspace und der andere in düsseldorf für eine bessere gesellschaft mit dem knie dachte. beide waren doch in weitesten sinne bitches. warhol gab die welt auf und surfte auf ihrem abschaum in ruhm und wohlstand auf. er war der zen meister des supermarket-shit und arbeitete schlichtweg nach einer kapitulationslogik. was kunst ist, ist berühmt und was berühmt ist, ist kunst. in letzter folge: ich. was soll man da noch tun, man muss das schwein eben nur reiten können wie tante elfi immer sagt. beuys baute derweill in düsseldorf ”scheisse” und redete sich den mund fransig über eine bessere, tollere gesellschaft, wo wir alle künstler am GANZEN sind und mal hie mal da eine fettecke in die albertina buttern dürfen. oder den wald ausfegen. joseph heilt mit hasenpfoten, andy mit unique visitors. der schwarze und der weisse engel, sie haben sich aber persönlich gemocht. die zeiten heute sind auf der anderen seite fraktal und in den letzten 5 jahren haben wir ein echo dieser warhol-beuys pole in form zweier anderer shooting stars. matthew barney und jonathan meese. barney kriecht sich selber in den arsch bis er vorne wieder herauskommt. der ultranarziss der aus dem harten widerstand gegen sich selbst und die welt eine schillernde seifenblase seiner filmchen bläst. meese ist der schamane. zieht sich aus der affäre und dient nur der grossen kunst als gut bezahlte ameise in den gallerien. der eine stülpt sich in richtung brüllendes wachkoma nach innen, der andere pfeifft sich einfach in die welt hinaus (obwohl er sagen würde das ist NICHT ER, das ist die KUNST). pathologisch anders gesagt: barney leidet an optischer agnosie (er verwechselt in seiner hardcoreindividuellen druckkammer technik, biologie, kunst und mythos) meese leidet hingegen an aphasie: er brabbelt und geifert als unfähiger diener einer universalen idee. beide kommen sie aus einer zeit der ultimativen codifizierung. alles wird semantisch kolonialisiert, mit grellen farben, tags, immersion und in sich greifenden systemen ohne organe. beide künstler wollen der welt die archimedischen punkte bieten kunstschaffend mit dieser zeit umzugehen. verwechseln und wie ein kleines kind nicht mehr identifizieren, denn bald schon wird nichts mehr IDENT sein. ein schiff zum uterus machen. oder wie meese alles herausblasen und seinen output nicht mehr reflektieren, denn qualität ist ja vielleicht zutiefst bürgerlich. retten will keiner von beiden irgendetwas. das ist klar. ihre zeit ist bald um, denn jetzt kommen die 80er und 90er jahre in der fraktalen schließungsbewegung dran. ein fehler der sammler, denn heute arbeitet der kunstbetrieb nicht antizyklisch, er arbeitet überhaupt nicht zyklisch. die nächste kompressionsstufe dieser entwicklung ist kein mensch. ein jonathan barney oder ein andy beuys IST einfach nicht. es geht sich einfach nicht aus. wir müssen ein totales aggregat zum künstler erklären. die kunst ist abgegeben. wir schaffen systeme in denen sich die kunst von selbst verwirklichen kann, ohne zutun des menschen. damit können wir meatbags dann weiterarbeiten und sehen was wir unterbringen. davor NICHTS!!!
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