Sunday, March 30, 2008
»Found_Wurm.gif«
sehe die ente an, sie sieht mich an. sie ist aus schokolade und 3 meter entfernt. jemand hat an ihr genascht. ich gehe hin und greife zu. bemerke dass sie von der sonne löchrig und weich ist. die schololade schmeckt leider nach eingeschmolzenen weihnachtsmännern. ostermayer gestern: “liebe deine eltern, liebe deine eltern. aber richtig, bis es ihnen kommt!” er will ein unwürdiger greis werden. ich finde er war großartig. pataphysisches institut london hat mich gestern als mitglied akzeptiert. beim reinhard kaffee aus KTM-tassen getrunken. davor kaffee am kobelnz in einem rondon-artigen aussichtscafé. der pianist spielte wiener lieder und ein 85-jähriger greis steht aufeinmal auf und schmettert mit rüstiger stimme die texte in richtung der alten damen, die ihm auf bizarre art zu füßen liegen. alte menschen haben teilweise etwas furchteinfößendes. alles kann mit worten ausgedrückt werden ausser die lebendige wahrheit. keine ahnung wer das sagte… zB im singvögel als wir versuchen zwischen dem verhalten gegenüber schuhen und der präferenz zu partnern eine paralelle zu ziehen. wir scheitern. chri probierts mit mengenlehre und matritzen. vor dem einschlafen einige brauchbare ideen zum cargo cult zyklus gehabt. merken fotoserie :”i will grow as an artist. i will not grow as an artist.” signal-gegensignal, wie weibel das erfolgsrezept spätkapitalistischer kunst beschreibt. man könnte auch sagen suchs dir aus. oder flirten
wieder dieser traum. ich denke er ist inspiriert von diesem neuen fotoplugin beim firefox. armselig. traum aber schlicht interessant und mit diesem apokalypse feeling wie im grottenschlechten “southland tales” bei dem aber der kapitalismus besiegt und ein soldat sich das friendly fire verzeiht und somit jesus wird. ein traum: mischung aus einem plugin und einem schlechten film. gefühl so “hätte nicht gedacht dass die entwicklung schon so weit ist”-ding, gemischt mit einem gefühl des kulturellen boilingpoint. aufeinmal sehe ich mich selbst auf dem handybildschirm, nachdem ich aus der u-bahn steige und es dinge gratis auf dem bahnsteig zu essen gibt. warum aufeinmal? ich möchte ein foto machen. sehe aber mich selbst über eine andere kamera, ich zoome hinein in den kosmos und in die mikroebene dann wieder ich und das schwindliche gefühl von feedback. das gefühl vom nullpunkt. ich bin medial eine andere person, ich steuere nicht mich. mein anderes (bild ich) steuert mein leben wie ich seins. wie eine selbstprothese. europa infovis glitzert wie popcorn, denn alle sind zum selben zeitpunkt bei diesem gedanken. erdrutsch. revolutionsromantik. inverses panoptikum deluxe. michi hat gestern im singvögel erzählt dass wagner seine opern aus inspirationsgründen in historischen kostümen geschrieben hat. werde mal die bildersuche bemühen

“artists look at the times” (tracked eyemovement on paper) by Peter Moosgaard
joseph beuys und andy warhol waren doch von unterschiedlichem holz. ausser dass der eine in den usa friends geadded hat wie ein pronostar auf myspace und der andere in düsseldorf für eine bessere gesellschaft mit dem knie dachte. beide waren doch in weitesten sinne bitches. warhol gab die welt auf und surfte auf ihrem abschaum in ruhm und wohlstand auf. er war der zen meister des supermarket-shit und arbeitete schlichtweg nach einer kapitulationslogik. was kunst ist, ist berühmt und was berühmt ist, ist kunst. in letzter folge: ich. was soll man da noch tun, man muss das schwein eben nur reiten können wie tante elfi immer sagt. beuys baute derweill in düsseldorf ”scheisse” und redete sich den mund fransig über eine bessere, tollere gesellschaft, wo wir alle künstler am GANZEN sind und mal hie mal da eine fettecke in die albertina buttern dürfen. oder den wald ausfegen. joseph heilt mit hasenpfoten, andy mit unique visitors. der schwarze und der weisse engel, sie haben sich aber persönlich gemocht. die zeiten heute sind auf der anderen seite fraktal und in den letzten 5 jahren haben wir ein echo dieser warhol-beuys pole in form zweier anderer shooting stars. matthew barney und jonathan meese. barney kriecht sich selber in den arsch bis er vorne wieder herauskommt. der ultranarziss der aus dem harten widerstand gegen sich selbst und die welt eine schillernde seifenblase seiner filmchen bläst. meese ist der schamane. zieht sich aus der affäre und dient nur der grossen kunst als gut bezahlte ameise in den gallerien. der eine stülpt sich in richtung brüllendes wachkoma nach innen, der andere pfeifft sich einfach in die welt hinaus (obwohl er sagen würde das ist NICHT ER, das ist die KUNST). pathologisch anders gesagt: barney leidet an optischer agnosie (er verwechselt in seiner hardcoreindividuellen druckkammer technik, biologie, kunst und mythos) meese leidet hingegen an aphasie: er brabbelt und geifert als unfähiger diener einer universalen idee. beide kommen sie aus einer zeit der ultimativen codifizierung. alles wird semantisch kolonialisiert, mit grellen farben, tags, immersion und in sich greifenden systemen ohne organe. beide künstler wollen der welt die archimedischen punkte bieten kunstschaffend mit dieser zeit umzugehen. verwechseln und wie ein kleines kind nicht mehr identifizieren, denn bald schon wird nichts mehr IDENT sein. ein schiff zum uterus machen. oder wie meese alles herausblasen und seinen output nicht mehr reflektieren, denn qualität ist ja vielleicht zutiefst bürgerlich. retten will keiner von beiden irgendetwas. das ist klar. ihre zeit ist bald um, denn jetzt kommen die 80er und 90er jahre in der fraktalen schließungsbewegung dran. ein fehler der sammler, denn heute arbeitet der kunstbetrieb nicht antizyklisch, er arbeitet überhaupt nicht zyklisch. die nächste kompressionsstufe dieser entwicklung ist kein mensch. ein jonathan barney oder ein andy beuys IST einfach nicht. es geht sich einfach nicht aus. wir müssen ein totales aggregat zum künstler erklären. die kunst ist abgegeben. wir schaffen systeme in denen sich die kunst von selbst verwirklichen kann, ohne zutun des menschen. damit können wir meatbags dann weiterarbeiten und sehen was wir unterbringen. davor NICHTS!!!
If I ask: What did you do yesterday? Now what did I do yesterday? In fact I´ve forgotten… but most will say: well let me see now, let me get out my notebook! I got up at 7:30, and I brushed my teeth, and I read the newspaper over a cup of coffee, and then I looked at the clock and dressed, and got in the car and drove downtown, and did this and that in the office. and you go on and on and on and you suddenly discover what you have described has absolutly nothing to do with what happened. You have described a scraggerly, sceletol, fleshless list of abstractions. as if you were actually aware of what went on, you could never describe it. because nature is multidimensional. language is linear. language is scroany and therefore, if you identified the world as it is, with the way the world is described, it´s as if you eat dollar bills and expect a nutritious diet.
-Alan Watts, the tao of philosophy