Tuesday, November 20, 2007
<
blurring industry 2007
Narkotische Müdigkeit hockt mir im Gebein! Beim PC eingeschlafen und wie ein ertappter Schüler hochgefahren, danach fällt mir diese Liste ein. Eine Liste die ich vor einigen Wochen geschrieben habe, um mein Leben besser in den Griff zu bekommen. Wünsche, Ziele, Visualisierung usw… einen Überblick gewinnen eben. Ich beginne schleppend diese Liste zu suchen, gebe aber schnell wieder auf. In einen meiner mittlerweile fünf Bademänteln gehüllt esse ich Leberpastete. Die Welt da draussen ist maximal weltraumähnlich. Kalt- karg-menschenleer. Die Pastete hat Obertöne, der Geschmack ist ein Sinn der wenig Motivation braucht um zu funktionieren. Essen ist spitze! Heute meine kleine Bastion des Glücks. FTW
Das erste kommerzielle Elektronenmikroskop wird von Ernst Ruska bei Siemens (1938) entwickelt. Statt Licht wurden die weit engmaschigeren Elektronen genommen, was eine höhere “Auflösung” ermöglicht. Die Linse ist nicht aus Glas sondern genau genommen aus NICHTS. Besser: aus Magnetismus. Eine Kraftlinse. Die untersuchten Objekte müssen präpariert werden. Durch Plasmabeschichtung mit Gold(!) oder Bedampfen mit Kohlenstoff. Es entstehen Artefakte, Strukturen, die nur durch die Bedampfung entstehen und nichts mit dem Objekt an sich zu tun haben.
Alan Watts, der Mann der ZEN nach Amerika brachte, sagt: “There are two kinds of people. The prickely and the guey types. The prickely believe the world is made of parts and pieces. The guey trust in the world as waves and connections. But it seems to be both.” Licht verhält sich bei Untersuchung so, wie man es im Vorhinein erwartet. Wenn man Quanten als Wellen untersucht, sind sie es tatsächlich. Wenn man von ihnen als Teilchen ausgeht, scheinen sie sich wohlgezogen in Teile zu verwanden. Die Unteruchung beeinflusst das Ergebnis und somit die Erkenntnis auf radikale Weise. Das berühmteste allegorische Haustier. Jeder kennt sie. Schrödingers Katze. Hier noch mal die Geschichte:
“Das Gedankenexperiment wird folgendermaßen aufgebaut: In einem geschlossenen Raum befindet sich ein instabiler Atomkern, der innerhalb einer bestimmten Zeitspanne mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zerfällt. Der Zerfall des Atomkerns werde von einem Geigerzähler detektiert. Im Falle einer Detektierung werde Giftgas freigesetzt (oder eine Pistole abgefeuert), was eine im Raum befindliche Katze tötet.Nach der Quantentheorie befindet sich der Atomkern nach Ablauf der Zeitspanne im Zustand der Überlagerung (noch nicht zerfallen und zerfallen).
Demnach sollte, wenn die Quantenphysik auch auf makroskopische Systeme anwendbar wäre, sich auch die Katze im Zustand der Überlagerung (lebendig und tot) befinden. Erst beim Öffnen des Raumes und Beobachtung (Messung) entscheidet sich, ob man die Katze tot oder lebendig auffindet, das heißt, man kann über den Zustand der Katze vor der Beobachtung keine Aussage treffen.”
Elektronenbilder sind per se Untot, und irgendwie sehen sie auch so aus. Der gute von Förster meint dazu: Überall wo sich eine Lücke in einer größeren Theorie bildet, wird kurzerhand ein Teilchen erfunden. Dieses hat dann genau die Eigenschaften, die Lücke zu füllen. Wie siehts mit Elektronen aus? Teilförmige Ladungen? Rund? Elektrobällchen? Wir sehen diese Bilder nicht durch Licht, sondern durch Ladungen. Einem Medium, zu dem wir keinen sinnlichen Zugang haben. Die Objekte sind präpariert… Das Untersuchungsmittel selbst ist weder Fisch noch Fleisch. Oder eben beides. Aber das muss es sich erst aussuchen.
medien sind prothesen
prothesen sind keine medien
jede form der technologie ist eine prothese
ohne prothesen sind wir nicht behindert,
mit prothesen fühlen wir uns stark.
teleprothesen sind erweiterungen unserer sinne
sie sind bewusstseinserweiternd, lassen uns welten erkunden
zu denen wir keinen zugang haben.
wir machen diese einblicke nicht,
maschinen machen sie für uns.
wir können ihnen vertrauen,
oder endlich einsehen, dass wir die blicke der maschinen
uns biomassen anpassen, bis wir sie verstehen.
aus gustav wird gasthof, thats where we eat.
mit bildmaschinen betrachten wir nicht die welt
wir betrachten uns: das meat
systeme necken einen… der mobilklo anbieter toitoi hebt einfach nicht ab, was daran liegen kann, dass toitoi nur großkunden haben und wollen. donauinsel, bandkontest, biermassaker. dabei will ich doch nur eine verdammte verschalung von ihnen schnorren. ich glaube die merken das. aber an was? an meiner nummer? die wiener gebietskrankenkassa will kohle von mir, dabei war ich damals noch garnicht bei ihnen versichert. berechnung nach kalenderjahr davor, und so… überlege eine installation mit einer gezämten rakete zu machen, mitten im wald am besten. verankert mit einem multiplen kugelgelenk. so müde und winterlich wie gestern abend wars schon lang nicht mehr. wie immer ein filmchen geguckt. polanskis der mieter. ich verstehe gut wie man in einen teufelskreis aus einsamkeit, paranoia und nachbarn kommen kann. identifikation zu groß. keinen spaß gehabt.
unglaublich auch wie sich david lynch zu einem New-Age-Prediger gewandelt hat, und nun auf seiner Friede/Freude/Eierkuchen-Tour duch Europa gondelt. meditation, eh fein. bin nicht zynisch gegen seine theorien zu licht, das dunkelheit besiegt, transzendetale kriegsführung und endlose felder an liebe und kreativität die man nur anzapfen muss. lynch wird aber alt und sonderbar. sonderbarer. ein guru den die freaks umschwärmen war er schon immer. jetzt haben wir ihn endgültig verloren.