Wilhelm Reich Ausstellung

Dem frühen Querschläger in die Medienkunst ist eine Ausstellung gewidmet. Seine proletarische Sexualpolitik als “Freudomarxist” und seine wolkenzerstörende Orgonkanone wollen begutachtet werden. Vom 16. November 2007 bis 9. März 2008 im jüdischen Museum Wien.
http://www.jmw.at/de/wilhelm_reich.html
Wilhelm Reich sollte sich einen Namen als Psychiater und Psychoanalytiker machen. Noch als Student wird er 1920 in die Wiener Pyschoanalytische Vereinigung aufgenommen und praktiziert wenig später (mit nur 23 Jahren) als Psychotherapeut. Nach umfassenden Studien als Leiter des Seminars für Psychoanalytische Therapie arbeitet er an einer Weiterentwicklung von Freuds Lobidotheorie zur seiner sog. Orgasmustheorie, die davon ausgeht, dass die gesellschaftliche Unterdrückung sexueller Kraft zu Neurosen und Massenneurosen führen. Seine Theorien werden in den 50er und 60er Jahren unter anderem von den Vertretern der sexuellen Revolution und der Gestalttherapie aufgenommen. Seine späteren Aktivitäten als Freudomarxist (1931 Gründung des Deutschen Reichsverband für Proletarische Sexualpolitik, kurz Sexpol) sowie seine akademische Opposition zu Freud führen zum endgültigen Ausschluss aus der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung unter Anna Freud (!). Zurückgezogen forscht er an einer universalen sexuellen Kraft, dem Orgon, das er mithilfe seiner Orgon-Akkumulatoren zu sammeln meint, um damit Krebs zu heilen und u.a. Wolken zu zerstören. Nach einem Briefwechsel mit Albert Einstein, der seine Theorien ernst nimmt aber nicht absegnet, verstößt Reich gegen das Verbot seinen Cloudbuster über Staatsgrenzen zu transportieren und stirbt noch in der Untersuchungshaft.
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