Das erste kommerzielle Elektronenmikroskop wird von Ernst Ruska bei Siemens (1938) entwickelt. Statt Licht wurden die weit engmaschigeren Elektronen genommen, was eine höhere “Auflösung” ermöglicht. Die Linse ist nicht aus Glas sondern genau genommen aus NICHTS. Besser: aus Magnetismus. Eine Kraftlinse. Die untersuchten Objekte müssen präpariert werden. Durch Plasmabeschichtung mit Gold(!) oder Bedampfen mit Kohlenstoff. Es entstehen Artefakte, Strukturen, die nur durch die Bedampfung entstehen und nichts mit dem Objekt an sich zu tun haben.
Alan Watts, der Mann der ZEN nach Amerika brachte, sagt: “There are two kinds of people. The prickely and the guey types. The prickely believe the world is made of parts and pieces. The guey trust in the world as waves and connections. But it seems to be both.” Licht verhält sich bei Untersuchung so, wie man es im Vorhinein erwartet. Wenn man Quanten als Wellen untersucht, sind sie es tatsächlich. Wenn man von ihnen als Teilchen ausgeht, scheinen sie sich wohlgezogen in Teile zu verwanden. Die Unteruchung beeinflusst das Ergebnis und somit die Erkenntnis auf radikale Weise. Das berühmteste allegorische Haustier. Jeder kennt sie. Schrödingers Katze. Hier noch mal die Geschichte:
“Das Gedankenexperiment wird folgendermaßen aufgebaut: In einem geschlossenen Raum befindet sich ein instabiler Atomkern, der innerhalb einer bestimmten Zeitspanne mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zerfällt. Der Zerfall des Atomkerns werde von einem Geigerzähler detektiert. Im Falle einer Detektierung werde Giftgas freigesetzt (oder eine Pistole abgefeuert), was eine im Raum befindliche Katze tötet.Nach der Quantentheorie befindet sich der Atomkern nach Ablauf der Zeitspanne im Zustand der Überlagerung (noch nicht zerfallen und zerfallen).
Demnach sollte, wenn die Quantenphysik auch auf makroskopische Systeme anwendbar wäre, sich auch die Katze im Zustand der Überlagerung (lebendig und tot) befinden. Erst beim Öffnen des Raumes und Beobachtung (Messung) entscheidet sich, ob man die Katze tot oder lebendig auffindet, das heißt, man kann über den Zustand der Katze vor der Beobachtung keine Aussage treffen.”
Elektronenbilder sind per se Untot, und irgendwie sehen sie auch so aus. Der gute von Förster meint dazu: Überall wo sich eine Lücke in einer größeren Theorie bildet, wird kurzerhand ein Teilchen erfunden. Dieses hat dann genau die Eigenschaften, die Lücke zu füllen. Wie siehts mit Elektronen aus? Teilförmige Ladungen? Rund? Elektrobällchen? Wir sehen diese Bilder nicht durch Licht, sondern durch Ladungen. Einem Medium, zu dem wir keinen sinnlichen Zugang haben. Die Objekte sind präpariert… Das Untersuchungsmittel selbst ist weder Fisch noch Fleisch. Oder eben beides. Aber das muss es sich erst aussuchen.
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